Blumenauer Volkstanzgruppe

 

Hilfe aus Deutschland

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Im November 2008 wurde Blumenau von einer Umweltkatastrophe von bisher nicht da gewesener Art heimgesucht. Nach ungefähr dreimonatigem Dauerregen fielen an einem Wochenende ungefähr 500mm Niederschläge und lösten gleichzeitig ein Hochwasser des Itajai-Flusses aus - was man in Blumenau einigermassen gewohnt ist – als auch grossflächige lokale Überflutungen sowie Bergstürze und Muren. Besonders betroffen war hiervon die Region um den Bauberg (miolo_ilhota.pdf  (23MB)). Bestürzt über das was sie in den Medien hörten und sahen, haben unsere Freunde vom bayrischen Trachetenverband, allen voran die Kameraden vom Trachtenverband Unterfranken, Geld gesammelt um den Opfern zu helfen. Auch die brasilianische Regierung war anfangs tatkräftig zu gange, so dass in der ersten Zeit niemand ohne Obdach oder Essen bleiben musste. Leider nimmt das Interesse der Regierenden mit dem Medienecho ab und der Verein konnte das Geld aus Deutschland für den Wiederaufbau einsetzen und denen helfen, die mehr als nur Essen, Kleidung und Notunterkunft brauchen. Im Folgenden die einzelnen Fälle und wozu das Geld eingesetzt wurde:

 

Edwin und Elisabethe

Ausser Eltern und Aktive Tänzer seit 2001 sind die beiden im Hauptberuf Landwirt. Zusammen mit Elisabethes Eltern und Geschwistern bauen sie Gemüse im biologischen Anbau und Verkaufen dieses direkt an eine Supermarktkette.

Die Küken

Für 2009 hatte die Grossfamilie viele Pläne gemacht, der alte Stadel war abgerissen worden um eine modernen Halle zur Verpackung und Lagerung des Gemüses Platz zu machen, ein neuer grösserer Lastwagen war gekauft. Doch da brach die Katastrophe über den Familienbetrieb herein. Die Region Alto Braço do Bau wo ihr Bauernhof liegt war mitten im Katastrophengebiet und über Wochen von der Aussenwelt abgeschnitten. Als Sperrgebiet war allen ausser den Rettungsmannschaften der Zutritt verboten. Die Familien Espig und Schill waren in eine Notunterkunft in Ilhota evakuiert.

 

Die Familien Espig und Schill in der Notunterkunft

Heute sind alle wieder zurück in ihren Häusern, die zum Glück von gröseren Zerstöhrungen verschont geblieben sind. Was bleibt ist der komplette Ernteausfall von fast 3 Monaten und 41 tausend verhungerte Kücken aus der Geflügelfarm. Von dem gespendeten Geld gehen 5500 Reais als Zuschuss zur Fertigstellung der Verpackungshalle die deshalb immer noch als Rohbau ohne Dach dasteht.

 

Diogenes Schweigert 

Aktives Mitglied der Tanzgruppe von 2003 bis 2008. Er betreibt zusammen mit seiner Schwester eine kleine Schreibwarenhandlung im Stadtteil Fortaleza.

Der Laden unter Wasser

Als der starke Regen die Zufahrtsstrasse überflutete gelang es ihnen noch seine Lagerbestände dadurch in Sicherheit zu bringen, dass er sie in den Regalen nach oben stellte. An einen Abtransport war aber schon nicht mehr zu denken. Bevor das Regenwasser abgelaufen war kam das Hochwasser und sein Laden stand bis zur Decke unter Wasser. Sein Lagerbestand im Wert von 35 tausend Reais sowie Computer und Kopierer wurden vernichtet. Die Versicherung zahlt nichts da sie keine Hochwasserschäden deckt.

Innenansicht

 Von dem gespendeten Geld bekommt er 3500 Reais für die Wiederbeschaffung der zerstörten Geräte.

 

Die Sociedade Recreativa e Cultural Fortaleza-Tribess

ist einer der vielen Schützenvereine in Blumenau, die wie der Centro Cultural 25 de Julho die deutsche Kultur hochhalten. Neben Schützen und Kegelschiebern gibt es dort auch eine Volkstanzgruppe. Ein Erdrutsch hat einen guten Teil der Gebäude dieses Vereins zerstöhrt. Der Sachschaden geht in die Milionen. Hilfe der öffentlichen Hand ist versprochen aber bis heute ist dort noch nichts angekommen. Als kleine Unterstützung beim den Wiederaufbau gehen 2000 Reais der Spenden an diesen Verein.

 

Vilmo Hinsching

 

Vilmo und seine Mutter

ist Mitglied der Mundharmonikaspieler des C.C. 25 de Julho und bewohnte mit seiner Familie seit 24 Jahren ein kleines Holzhaus im Stadtteil Itoupavazinha. Seit vor vier Jahren ein kleiner Fluss am hinteren Ende seines Grundstücks kanalisiert wurde gab es immer wieder Probleme mit Überflutungen, doch nie war es so schlimm wie in der Nacht am Wochenende 22/23 November 2008. Das Wasser stieg schnell und die Familie konnte gerade noch ein paar Sachen hoch stellen und das Haus verlassen. Dabei ging ihnen das Wasser schon bis zum Hals. Als am Sonntag früh das Wasser etwas zurück ging haben sie die Paar sachen aus dem Haus geholt, die noch nicht ins Wasser gekommen waren.

Innenansicht des Hauses

Das Haus unter Wasser

In der folgenden Nacht stieg das Wasser noch weiter und das Haus stand bis untes Dach im Wasser und alles was sie nicht herausgeholt hatten war verlohren. Auf dieses Erlebnis hin entschloss sich die Familie ein anderes Grundstück zu kaufen, das in Zukunft hoffentlich von solchen Katastrophen verschont bleibt. Bis das neue Haus fertig ist wohnen sie im Haus seiner Schwester. Von dem gespendeten Geld gehen 1500 Reais als Zuschuss zum Hausbau an Vilmo.

Das neue Grundstück

 

Werner Frischknecht

Wassereinbruch durchs Dach

Sänger des Männerchores Liederkranz und Nachbar von Vilmo hatte sein Haus auch teilweise unter Wasser stehen.

Einige Probleme des Hauses, das auch 1983 und 1984 unter Wasser stand haben sich dadurch so sehr verschlechtert, dass eine gründliche Renovierung nicht mehr hinauszuschieben ist. Die Gesamtkosten von ungefähr 25 Tausend Reais übersteigen seine finanziellen Möglichkeiten und so bekommt er 424 Reais als Zuschuss.

Alle die Unterstützung erhalten haben, die Blumenauer Volkstanzgruppe und der Centro Cultural 25 de Julho bedanken sich auf das herzlichste bei den freizügigen Spendern.

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