Blumenauer Volkstanzgruppe

 

Geschichte

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Die Anfänge

Die Gründung der Blumenauer Volkstanzgruppe ist eine Marke in der Geschichte der Pflege deutscher Kultur im der Region Blumenau. Ein langjähriges Vorhaben des ehemaligen Vorsitzenden des Kulturvereins „25. Juli” Harold Letzow wurde Realität. Schon in den Jahren 1976 bis 1983 unterhielt der Verein intensive Kontakte zu in- und ausländischen Gruppen, unter ihnen auch diverse Volkstanzgruppen, was im Vereinsvorsitz das Interesse am Volkstanz weckte.

1983 endlich erarbeiteten Harold Letzow und Paul Koenig ein Konzept wie man eine Volkstanzgruppe gründen könnte. Dieser erste versuch schlug leider auf Grund der großen Überschwemmungskatastrophe fehl, die alle Kräfte band. Deshalb wurden erst 1984 unter dem Vorsitz von Friedrich Idecker, dank des Einsatzes von Juergen Koenig eine Gruppe von begeisterten Jugendlichen zusammen gerufen, die am 7. Juli 1984 dann die „Blumenauer Volkstanzgruppe” gründeten. In Folge wurden der Verband der Kulturzentren „25. Juli” um materielle in ideelle Hilfe gebeten worauf der Verein aus Porto Alegre Clarisse Schneider, Jonas Badermann Lemos und Edgar Poisl entsandt die am 7. und 8. Juli 1984 mit viel Einsatz und Kompetenz der neu gegründeten Guppe die ersten Schritte bei brachten.

Im Gründungsakt sind folgende Namen zu finden: Harold Letzow, Jürgen Koenig, Freidrich Ideker, Clarisse Schneider, Jonas Badermann de Lemos, Edgar Poisl, Juarez, Marilena Messina, Dieter Gieseler, Nádia Maria Costa Flores, Ursula Schwaderer, Rosane Georg, Liane Knoch, Romualdo Tadeu Maffioleti, Heidi Henschel, Vivien K. Maffioletti, Rosemari Petters, Erica Maria Flesch, Ângela Ideker, Liane Hirtz, Angelika Frank, Marlies Gutjahr, Rui Hausen und Sueli Bonatti.

Die während dieser Probentage von den Abgesandten aus Porto Alegre überlassenen Musikkassetten bildeten über viele Jahre die Grundlage der Arbeit der Gruppe.

Die ersten Auftritte

Mit den ersten Proben kam unter den Jugendlichen Begeisterung auf so dass schon am 29. September die erste Aufführung am Bunten Abend des Vereins gegeben wurde. Zwischen dem 5 und dem 14 Oktober wurde das erste Oktoberfest gefeiert um der Bevölkerung Blumenaus nach zwei verheerenden Hochwassern die Lebensfreude wieder zurückzugeben. Aus diesem Anlass stellte die Gruppe ihre Arbeit in Aufführungen und Umzügen zum ersten Mal einem breiten Publikum vor. Seither ist die Gruppe auf allen Ausgaben des Blumenauer Oktoberfestes, als lebender Beweis der Pflege deutsche Tradition, vertreten. Am 25. November ergab sich der erste Auftritt außerhalb von Blumenau auf dem „Deutschen Abend” des Schützenvereins Pomerode.

Auf der Reise durch Brasilien

Das Jahr 1985 hatte noch nicht recht angefangen, da nahm die Gruppe schon am „Festival de Verão“ Teil und während des gesamten Jahres waren es noch zehn weitere Veranstaltungen, darunter auch die erste außerhalb des Bundesstaates Santa Catarina auf dem Bierfest in São Carlos im Bundesstaat São Paulo. Danach noch in Florianópolis, Itajaí und verschiedenste in Blumenau. Am 6 de Juli wurde mit Gästen von der Tanzgruppe „Pomerano“ der erste Geburtstag der Gruppe gefeiert. Erst im August dieses Jahres wurde die erste einheitlich Tracht für die Gruppe angefertigt. Bis dahin waren private Trachten in Gebrauch. Nach einer weiteren Teilnahme an den Festlichkeiten des Oktoberfests fuhr die Tanzgruppe zu den Thermalbädern der „Pousada do Rio Quente“ um dort eine „Deutsche Woche“ zu gestalten. Diese fand so viel gefallen, dass sie bis heute dort veranstaltet wird. In den folgenden Jahren wuchs die Anzahl der Aufführungen immer weiter.

Andere Gruppen entstehen

Im gleichen Maße in dem die Nachfrage der Aufführungen der Gruppe zu nahm kam auch bei anderen Personen der Wunsch auf eine Tranzgruppe zu gründen. So entstand die Tanszgruppe Teutonia des Sportvereins Ipiranga die die von Ehemaligen Mitgliedern Blumenauer Volkstanzgruppe gegründet wurde. Relativ bald entstanden auch die Volkstanzgruppen „Germania“ und Freiheitsvolkstanzgruppe des Schützenvereins Velha Central die ebenfalls von Ehemaligen der Blumenauer Volkstanzgruppe ins leben gerufen wurden. Die Volkstanzgruppe „Grünes Tal“ war die nächste Gruppe ebenfalls von Ex-Mitgliedern gegründet. Auf diese Weise entstanden bis heute mehr als 12 Tanzgruppen die direkt oder indirekt auf die Blumenauer Volkstanzgruppe zurück gehen. Angespornt durch das positiven Echo der Volkstanzbewegung in Blumenau begann der Tanzleiter Arlindo Sasse im zweiten Halbjahr 1987 die Arbeit durch eine Kindertanzgruppe zu erweitern. Der Erfolg war so durchschlagend, das fast alle Gruppen eine Kinderarbeit anfingen. Mit der Zeit wuchsen die Kinder und es entstand fast automatisch auch eine Jugendarbeit um so den Zugang zur Erwachsenengruppe vorzubereiten.

Auslandsreisen

Im August 1988 mach de Gruppe ihre bis dahin größte Reise. Sieben Tage lang nimmt sie an eine Deutschen Woche im Shopping Iguatemi in Salvador, Bahia teil. Während dieser Zeit wird sie zur Attraktion der lokalen Bevölkerung die weder deutsch Trachten noch deutsch Musik gewohnt sind. Die erste Auslandsreise findet im Juni 1993 statt. Zusammen mit eine Komitee reist man nach Osorno in Chile um dort die Städtepartnerschaft zu besiegeln. Während des Carnavals 1994 nimmt die Blumenauer Volkstanzgruppe am Umzug einer echten Sambaschule auf der Marquês de Sapucaí in Rio de Janeiro teil und zeigt dort den Bänderbaum um die Deutsch Kultur zu repräsentieren. Seit dieser Zeit intensiviert sich der kulturelle Austausch mit ausländischen Besuchern die ihre Arbeit im „25 Juli“ vorstellen. In diesem Jahr ergibt sich auch eine Erste Studienreise, die die Gruppenleiter Arlindo Sasse und Dieter Berner nach Deutschland und Österreich führt. Hier werden viele Kontakte geknüpft und schon existierende gestärkt und Material für die die Aktivitäten der Gruppe gesammelt. Im Juni 1998 Veranstaltet die Fundação Cultural de Blumenau das erste „Festfolk“ eine brasilienweite Schau von Tanzgruppen verschiedenster ethnischer Ausprägungen am dem die Gruppe seither jährlich teilnimmt.

Die historische Tracht

Bis dahin besaß die Gruppe verschiedenste Tanztrachten die allerdings nur frei an der Trachtenmode entnommen waren und keinen Bezug zur Gruppe hatten. Nach eingehenden Nachforschungen stellte man fest, man könne die Familie Rossmarck, Gründungsmitglieder und Wohltäter des „25. Juli“, ehren indem man die Tracht ihrer alten Heimat als Tracht der Gruppe verwendet. Diese Familie stammte aus Fröhstöckheim in Unterfranken genauer dem Schweinfurter Gau. Das Ehepaar Roswitha und Stefan Ziel reisten in diese Region um Einzelheiten der Tracht zu erforschen. Mit dem eingebrachten Material wurde begonnen eine möglichst originalgetreue Kopie der Schweinfurter Gautracht mit allen Details anzufertigen. Im Rahmen dieser Nachforschungen wurden auch die traditionellen Farben des Vereins (weiß und hellblau) wieder entdeckt. In diesen sollte später die Standarte für die Tanzgruppe gestickt werden.

Die 1. Deutschlandreise

Endlich im Juni 2000 realisiert die Blumenauer Volkstanzgruppe den lang gehegten Wunsch nach einer Tournee durch Deutschland. Auf Einladung der Landjugendgruppe Erksdorf hin reist man 14 Tage durch in verschieden deutsch Städte wie Hasselfelde, Hamburg, Travemünde, Lübeck, Roth, Stadtallendorf, Erksdorf, Rheinböllen, Goslar, und andere. An elf Orten wird das extra für diese Reise einstudierte Programm mit Tänzen aus verschiedenen Regionen Brasiliens gezeigt. Dies Tänze waren von Antônio Nolberto de Oliveira Xavier, einem Spezialisten in Brasilianischen Volkstänzen erarbeitet und einstudiert worden.

Unsere Freunde

2004 waren dann 20 Jahre seit der Gründung vergangen. Bei den Festlichkeiten waren auch unsere Trachtenfreunde aus dem Unterfränkischen Werntal zugegen. Vor allem ihr Trachtenwart Oliver Brust konnte im Vorfeld und beim Besuch noch viel zum wissen über unsere Tracht beitragen. Das Jubiläum war Anlass die Geschichte der Gruppe zu schreiben und dazu wurde eine Festschrift herausgegeben. Im Rahmen des „Festfolk“ hatte es die Gruppe schon in den vorangegangenen Jahren mehrfach geschafft mit eine kleine Musikergruppe für Livemusik unter der Leitung von Stefan Ziel auf die Beine zu stellen. Diese konnte in diesem Jahr enger an die Tanzgruppe gebunden werden, so dass seither zum routinierten Harmonikaspiel von Wilson Schaade geprobt und aufgeführt wird. Auch hiermit ist die Blumenauer Volkstanzgruppe wieder richtungsweisend für die Entwicklung des deutschen Volkstanzes in der Region.

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